Von der Domuhr zum Sondergetriebe

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Von der Domuhr zum Sondergetriebe

Der Fränkische Tag berichtet in der Ausgabe vom 9. Juli 2014 über das Firmenjubiläum:

Von der Domuhr zum Sondergetriebe für viele Verwendungen

Strullendorf — 1894 machte sich Schlossermeister Jakob Kachelmann in Bamberg selbstständig und legte damit den Grundstein für eine 120-jährige Unternehmensgeschichte. Aus diesem Anlass hatten die Geschäftsführer Andrea von Wartenberg und Alexander Kachelmann von Colberg, die Urenkel des Gründers, zu einem Festakt geladen. Zusammen mit der Belegschaft des Unternehmens und geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft sollte das Firmenjubiläum gebührend gefeiert werden.

Der Wirtschaftshistoriker Christian Kestel wurde beauftragt, eine entsprechende Firmenchronik zu erarbeiten. Karlheinz Kachelmann (Jahrgang 1938), der Seniorchef des Unternehmens, konnte als wichtiger „Zeitzeuge“ noch viele Details zur Festschrift beitragen. In seinem Festvortrag „Von der Domuhr zur Windkraftanlage“ nahm der Historiker die Anwesenden quasi mit auf eine Zeitreise. Sie führte von den bescheidenen Anfängen der Firma in der Kunstschlosserei des Bamberger Burgschlossers Jakob Kachelmann, über den Bau von Turmuhren – er war als Domkapitelscher Turmuhrmeister unter anderem zuständig für die Uhr des Bamberger Doms – bis hin zum Sondergetriebehersteller für alle industriellen Branchen – weltweit. Er sprach davon, wie die Firmengeschichte immer mit der Geschichte der Familie Kachelmann verbunden war und bis heute noch ist. Dabei wurden die Krisenzeiten und die Brüche in der Unternehmensgeschichte nicht ausgespart. Seltenes Filmmaterial konnte zum ersten Mal vor einem breiteren Publikum gezeigt werden.

Die Festschrift bietet einen fundierten Einblick in 120 Jahre lokale Wirtschafts- und Technikgeschichte. Für viele Strullendorfer ist darüber hinaus der Name Kachelmann immer noch eng verbunden mit der „ganz eigenen Lebens- und Arbeitsgeschichte“. Haben doch die Boomzeiten des Unternehmens, wie auch letztendlich die Liquidation der Firma 1994, vor Ort ganz individuelle Spuren hinterlassen.

Schwungvoll umrahmt wurde die Festveranstaltung von der Big Band des Clavius-Gymnasiums.

Heute entwickelt, konstruiert und fertigt die Firma Kachelmann Getriebe GmbH Sondergetriebe bis 20 Tonnen. Sie sind Bestandteil industrieller Anwendungen, so beispielsweise für die chemische Industrie, den Berg- und den Tagebau, für Stahl- und Walzwerke, für Fördertechnik, Wasserkraftanlagen sowie für die Nahrungsmittelindustrie. Mittlerweile beschäftigt man wieder 25 Mitarbeiter. Besonderen Wert legt die Urenkel- Generation des Gründers Jakob Kachelmann auf eine „etwas andere“ Unternehmenskultur sowie auf ein fundierte und individuelle Lehrlingsausbildung. Zum Kundenkreis des Familienunternehmens zählen namhafte Anlagenbauer und Anlagebetreiber wie BASF, Thyssen Krupp Arcelor Mittal, Continental, die Deutsche Bahn, Henschel, Salzgitter Flachstahl oder der Hamburger Hafen.

FT

 

2017-02-12T23:51:23+00:00